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Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Leider betrifft dieses Thema immer mehr Menschen. Laut Studien ist bereits beinahe jeder dritte Europäer davon betroffen.

Was verbirgt sich hinter den sperrigen Titeln „Nahrungsmittelunverträglichkeit“ oder „Lebensmittelintoleranz“?

Die Auslöser für die Überreaktion unseres Körpers gegen an und für sich harmlose Substanzen können praktisch alles umfassen.

Allergische Reaktionen können allerdings auch nach dem Verzehr ganz normaler alltäglicher Nahrungsmittel erfolgen. Auch Menschen mit herkömmlichen Allergien, wie z.B. Heuschnupfen, entwickeln oft sogenannte Kreuzallergien gegen andere Eiweiße, eben aus unseren Nahrungsmitteln.

Regelmäßige Begleiterscheinungen nach lukullischen Genüssen, wie beispielsweise Blähungen, Völlegefühl oder ungeklärter Durchfall können darauf hindeuten, dass dem Darm bestimmte Bestandteile der Ernährung nicht bekommen. Aber Achtung: nicht nur unmittelbar nach dem Essen auftretende Beschwerden sind typisch für diese Erkrankung. Die Unannehmlichkeiten können sich auch erst bis zu 96 Stunden (für alle Nichtkopfrechner: 4 Tage) nach der Nahrungsaufnahme zeigen.

Deshalb erkennen viele Betroffene oft sehr lange nicht den Zusammenhang. Auch die Zuordnung, auf welchen Lebensmittelbestandteil der Körper so reagiert, macht oft Schwierigkeiten.

Am häufigsten bereiten Unverträglichkeiten gegen

  • Milchzucker (Laktose)
  • Fruchtzucker (Fruktose)
  • Getreideeiweiß (Gluten) oder
  • Histamin

Probleme. Diese Probleme verstecken sich aber, neben den bereits genannten, auch hinter nicht gleich mit Essen in Verbindung gebrachte Beschwerden, wie Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Niedergeschlagenheit, Ausschläge, Akne und sogar Entwicklungsstörungen bei Kindern.

Die bei weitem häufigste Intoleranz ist die gegen Milchzucker (Laktose).

Die Ursache ist ein Mangel am Verdauungsenzym Laktase, welches den Milchzucker im Darm aufspaltet, damit er vom Körper verwertet werden kann. Wird davon zu wenig gebildet, kann folglich auch weniger Laktose abgebaut werden. Dieser unverdaute Milchzucker gelangt dann in den Dickdarm, wo Bakterien ihn vergären. Dadurch werden verschiedene Stoffe und Gase frei, die typische Beschwerden wie Blähungen, Durchfall und Bauchschmerzen auslösen können.

Viel Laktose steckt zum Beispiel in Milch, Topfen, Obers, Frischkäse und Schokolade. Hartkäse ist im Gegensatz dazu praktisch laktosefrei.

In laktosefreien Produkten, die mittlerweile gut erhältlich sind, wurde der Milchzucker bereits aufgespaltet und ist daher meist gut verträglich.

Bei Verdacht auf eine Unverträglichkeit bitte unbedingt an einen Facharzt wenden. Am besten ist man dabei bei einem Gastroenterologen aufgehoben, der Experte für Magen-Darm-Heilkunde. Für die Diagnose wird dieser einen H2-Laktose-Atemtest durchführen. Dabei trinkt man nach einer Nahrungspause eine bestimmte Menge einer Milchzuckerlösung und atmet dann in ein Testgerät. Dieses kann in der Atemluft Wasserstoff nachweisen, welcher gebildet wird, wenn der Milchzucker im Dickdarm durch Bakterien zersetzt wird.

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Bernadette Teuschl