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Speiseöle – eine Übersicht

Speiseöle sind nicht nur im Sommer, durch den vermehrten Verzehr an Salaten & Co, aus unserer Speisekarte wegzudenken.

Öle sind für uns Menschen lebensnotwendig. Wir brauchen sie, sie tun uns gut. Und das innerlich wie äußerlich.

Bereits seit Anbeginn der Menschheit haben wir die kleinen Tröpfchen Fett, mit dem Pflanzen ihre Samen ausstatten, gewonnen und zu uns genommen. In unseren Breiten ist die Kultur der Ölgewinnung jedoch noch nicht allzu lange verbreitet. In die Küchen Mitteleuropas hielt Pflanzenöl erst vor gut 100 Jahren Einzug.

Bis auf ein paar Ausnahmen! Im Mühlviertel, das für sein Leinöl bekannt war, das hier seit mehr als 600 Jahren hergestellt wird. Oder dem Waldviertel mit dem traditionellen Mohnöl. Die ältesten historischen Ölpflanzen Europas sind Lein, Flachs, Hanf und Mohn.

Beim Kochen regierten allerdings Butter und Schmalz. Öl war bestenfalls für die Lampen geeignet. Das hat sich heute grundlegend verändert. Die Auswahl an heimischen Pflanzenölen ist beeindruckend.

Hochwertige Pflanzenöle werden durch Vermahlen oder Pressen (kalt bis warm) gewonnen. Je weniger Hitze, desto mehr wertvolle Inhaltsstoffe bleiben erhalten.

Öle sind sehr empfindliche Nahrungsmittel. Zur Lagerung bevorzugen sie kühle und dunkle Orte. Aber nicht alle sind für den Kühlschrank geeignet, da bei manchen Sorten im Öl enthaltene Wachse ausflocken. Das hat zwar keinen Einfluss auf die Qualität, aber sieht eben nicht mehr so gut aus und rinnt nicht gut aus der Flasche.

Auch beim Erhitzen sollte man vorsichtig sein, da durch zu viel Wärme flüchtige Stoffe verloren gehen. Also sanft umgehen!

Was beim Kauf noch zu beachten ist? Die Natürlichkeit der Speiseöle resultiert aus einem naturgemäßen, am besten biologischen Anbau und auf einem sehr schonenenden Pressverfahren. Beides sollte auf der Flasche angeführt sein.

Ich möchte euch eine Übersicht über die Vielfalt der angebotenen Produkte liefern:

Sonnenblumenöl

Konventionelle Sonnenblumenöle sind meist raffiniert und desodoriert.

Beim Kauf auf naturbelassenes, kaltgepresstes Öl achten. Nur daraus lässt sich das fein-nussige, unaufdringliche Aroma der Sonnenblumenkerne herausschmecken. Die Einsatzbereiche sind vielseitig: Salatöl, Dünsten Braten. Es ist auch das beliebteste Öl für die Ölzieh-Kuren.

 

Sojaöl

Dieses Öl ist besonders reich an Vitamin E und Lecithin (unterstützt Zellaufbau). Es enthält unglaubliche 60% an mehrfach gesättigten Fettsäuren und stellt somit ein sehr wertvolles Speiseöl dar. Es eignet sich sowohl als Salat- und Dressingöl als auch zur Herstellung von Aufstrichen (erste Wahl für die Herstellung von Mayonnaise) oder zum Dünsten, Backen und Braten.

 

Leinöl

Dieses Öl zeigt mit einem besonders hohen Gehalt an dreifach ungesättigten Fettsäuren (Linolensäure) auf. Darüber hinaus besitzt es den höchsten Gehalt an Omega-3-Fettsäure, die sonst aus Fischfett gewonnen wird. Leinöl setzt man am besten in der kalten Küche ein, als Butterersatz in Topfenaufstrichen. Da es ein besonders empfindliches Öl ist, das möglichst frisch gepresst verwendet werden sollte, ist eine gekühlte Lagerung empfehlenswert.

 

Kürbiskernöl

Dieses Öl enthält viel Vitamin E und den Mineralstoff Selen (zellschützend) sowie mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Das Kernöl hat einen unvergleichlichen würzigen Geschmack, der hervorragend zu allen grünen Salaten passt. Aber auch Kartoffel-, Fleisch- und Wurstsalaten verleiht es eine besondere Note. Warmen Speisen (Kürbiscremesuppe) sollte es erst am Schluss beigefügt werden, da starkes Erhitzen die wertvollen Inhaltsstoffe zerstört.

 

Distelöl

Dieses Speiseöl bietet den höchsten Gehalt an Linolsäure, einer mehrfach ungesättigten Fettsäure, die für die menschliche Ernährung essentiell ist. Es stellt das klassische Salatöl für Ernährungsbewusste dar, trägt es doch zur Senkung des Cholesterinspiegels bei und hilft bei der Vorbeugung von Arteriosklerose. Als Bratöl ist es weniger geeignet.

 

Weißmohnöl

Das mildeste Öl aus der Familie der Mohnöle (Grau- oder Blaumohnöl) und besitzt eine nussige Geschmacksnote. Es eignet sich daher ausgezeichnet zum Verfeinern von Mehlspeisen (Kaiserschmarren, Mohnnudeln, Palatschinken), passt aber auch sehr gut auf Obstsalate, Müslis oder Rohkostgerichte.

 

Hanföl

Nachdem der Hanfanbau bei uns über mehrere Jahrzehnte verboten war, ist seit der Züchtung THC-freier Hanfsorten, die eine Verwendung als Droge ausschließen, der Anbau wieder im Ansteigen begriffen. Hanföl zählt zu den besonders hochwertigen Speiseölen mit einem geschmackvollen und ausgeprägten Eigenaroma, mit dem sich besonders gut Salate verfeinern lassen.

 

Schwarzkümmelöl

Dieses Öl wird aus den Samen des echten Schwarzkümmels gepresst, die einen wahren Gesundheitscocktail an Inhaltsstoffen, wie ätherische Öle, Bitterstoffe, Fettsäuren, Aminosäuren, Vitaminen, etc., enthalten. Es wird gerne zur innerlichen Anwendung verwendet, da es antibakterielle und pilzhemmende Eigenschaften enthält. Es trägt auch zu einer guten Versorgung mit essentiellen Fettsäuretypen bei, die der Körper zum Aufbau von Gewebshormonen benötigt.

Schwarzkümmelöl ist sehr scharf und daher nur in geringen Dosierungen zu verwenden. Unverdünnt als Salatöl ist es daher nicht geeignet. Gebräuchlich ist es, ein paar Tropfen auf ein Stück Brot zu geben und es lange zu kauen.

 

Nachtkerzenöl

Auch dieses Öl wird aus dem Samen der Pflanze gepresst und stellt ein besonders hochwertiges Öl dar. Es beinhaltet ca. 60% der doppelt ungesättigten Linolsäure und darüber hinaus etwa 10‘% der dreifach ungesättigten Gamma-Linolensäure, die in anderen Speiseölen kaum zu finden ist. Diese Gamma-Linolensäure wird normalerweise vom gesunden Körper durch ein körpereigenes Enzym aus der mit der Nahrung aufgenommenen Linolsäure gebildet. Durch Stoffwechselerkrankungen, Virusinfektionen, falsche Ernährung, übermäßiger Alkohol- und Nikotinkonsum sowie durch Alterung kann dieser Vorgang gestört sein.

Daher wird dieses Öl auch zu einem Diätnahrungsmittel, das bei folgenden Krankheiten Besserung bringen kann:

Arterienverkalkung, Venenleiden, Bluthochdruck, Magenentzündungen, Gelenkrheumatismus, Hauterkrankungen und Ekzeme, Allergien, Asthma und Schuppenflechte.

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Bernadette Teuschl